Robinson Club Schweizerhof

 


 

Ideenstudie zur Umgestaltung des Freibades in ein Freibad mit vollbiologischer Wasseraufbereitung

 

 

 

 

 

 

1. Ausgangssituation

 

Das Robinson Clubhotel Schweizerhof in Vulpera bietet seinen Gästen auf einer grosszügigen Aussenanlage unter anderem ein klassisches Freibad aus dem Jahr 1922, dessen Badewasser mit Chlor gereinigt wird. Dieses 33 Meter lange und 18 Meter breite Becken wird durch ein kreisrundes Kinderplanschbecken mit acht Metern Durchmesser ergänzt.

Das Bad ist eines der ältesten in der Schweiz und gehört seit einigen Jahren dem Robinson Club. Es wird daher von bis zu 360 Hotelgästen und auch von externen Badegästen besucht. Das auf 1280 m.ü.M. liegende Freibad wird insbesondere in den Monaten Juli und August stark frequentiert, mit bis zu 400 Badegästen pro Tag.

 

 

Maroder Beton im Becken, überwiegend veraltete Technik und auch die hohen Instandhaltungskosten machen eine Sanierung dringend notwendig. Die Umgestaltung des Freibades in ein Freibad mit vollbiologischer Wasseraufbereitung liesse sich im Hotel Schweizerhof optimal als Naturbad realisieren. Dessen naturnahe Wasseraufbereitung entspricht in idealer Weise der Philosophie des Hotels und der Robinson Clubs. Als Eco Resort und Umweltchampion stehen die Natur, die Umwelt und die Förderung der Nachhaltigkeit eindeutig im Vordergrund. Dieses Engagement lässt sich auch in der Kommunikation nach aussen sehr gut mit einem Naturbad verbinden, denn der Verzicht auf eine chemische Reinigung des Wassers schont nicht nur die Umwelt, sondern bietet auch empfindlichen Badegästen und Kleinkindern hygienisch einwandfreies Badevergnügen.

Im Zuge einer Sanierung bieten sich darüber hinaus zahlreiche Möglichkeiten für Innovationen. Eine Winternutzung des Bades mit Schlittschuhlaufen und Eisstockschiessen bietet beispielsweise auch ausserhalb der Badesaison eine wunderbare Attraktion. So wird das Freibad durch eine ansprechende Umgestaltung nicht nur einzigartige Alternative zu konventionellen Freibädern oder Pools, sondern auch familienfreundlicher Anziehungspunkt in der Region sein.

Das überaus erfolgreiche Konzept eines Naturerlebnisbads hat bisher zahlreiche Städte, Gemeinden und Hoteliers überzeugt, denn Naturbäder ähneln in ihrer Wasserreinigung natürlichen Teichen und Seen, allerdings werden - basierend auf Erkenntnissen der modernen Biotechnologie - gezielt Mikroorganismen und Pflanzen eingesetzt, um das Wasser zu filtern und Algenwachstum zu unterbinden. Das Wasser solcher Anlagen riecht und schmeckt nicht nach Chlor und ist, wie bereits erwähnt, wesentlich hautverträglicher, was vor allem Menschen mit empfindlicher Haut und Allergiker zu schätzen wissen. Ausserdem fühlt es sich weicher an und trägt zum natürlichen Wohlbefinden bei. In einem Naturerlebnisbad schwimmen im Wasser selbstverständlich keine Fische, Frösche oder andere Wasserbewohner mit. Hier findet man ein Badegefühl wie in einem klassischen Freibad mit sehr guten Sichttiefen und festen Beckenrändern, aber immer in natürlich gereinigtem Wasser.

 

 

 

 

 

Ein weiterer wesentlicher Vorteil eines Umbaus zu einem Naturerlebnisbad liegt in den deutlich geringeren Sanierungs- und Betriebskosten. Bei einer umfassenden Attraktivitätssteigerung und Sanierung auf konventionelle Art muss bei den Investitionskosten mit höheren Summen gerechnet werden. Der Umbau zu einem Naturerlebnisbad liegt hier deutlich darunter – bis zu 50% unter der konventionellen Sanierung. An dieser Stelle soll dies auch der Vergleich mit aktuellen Zahlen verdeutlichen: Bei einer konventionellen Sanierung liegen die Kosten bei rund 1.700 - 2.200 Fr./m² Wasserfläche. Die Kosten eines Naturbades liegen weit darunter, unsere Erfahrungen zeigen insgesamt, dass sich die Kosten zwischen 600 und 750 Fr./m² Wasserfläche bewegen.

 


Variante 1

Bei der ersten Variante fallen geschwungene Formen und kreisförmige Holzdecks ins Auge, die als attraktive Ruhezonen dienen. Dabei wird die Kreisform aus dem bestehenden historischen Kinderplanschbecken aufgegriffen. Der weite Schwung leitet sich aus dem umgebenden Tal und der Grundstücksgrenze ab. Die Rutsche in der Böschung führt ins Becken und bildet einen Teil der geschwungenen Linie, die durch die Abgrenzung des Vorfilters vom bestehenden Becken weitergeführt wird. Mit der Abgrenzung zum Aufbereitungsbereich endet die Linienstruktur. An den Aufbereitungsbereich sind zwei runde Holzdecks angegliedert, so wird die Form des Kinderplanschbeckens fortgeführt. Weiteres, besonderes Merkmal der Umgestaltung ist das geschwungene Holzdeck am Kopf des Beckens. Dieses führt auf dem Höhenniveau des Kinderplanschbeckens über den Schwimmerbereich. Der Treppenabgang wird in das Deck hineingeschnitten und durch drei Öffnungen ergänzt, sodass Bäume von unten durch das Holzdeck nach oben wachsen können. An der vorderen Kante des Holzdecks, im Bereich der Rutsche, befindet sich ein Wasserfall. Den Schwimmern bleiben zwei bis drei freie Bahnen, wo sie sich ungestört bewegen können. Gleichzeitig entsteht eine kleine attraktive Grotte. Eine zweite Möglichkeit wäre es, aus dem Holzdeck durch Verlängerung mit einem Glasdach eine Teilüberdachung des Bades zu erreichen. Als „Cabriodach“ könnte das Glas unter dem Holzdeck zusammen geschoben werden. Für die kleinsten Hotel- und Badegäste werden weitere kindgerechte Attraktionen (Wasserspiele, Rutsche etc.) und Spielmöglichkeiten am Kinderplanschbecken geschaffen. Der heutige Sprungbereich wird an den Rand verschoben und bekommt in Form eines Sprungfelsens eine neue Gestalt. So wirkt er deutlich natürlicher und passt sich in das Naturbadkonzept optimal ein. Eine Zipline in Richtung Rutsche wäre als weitere Attraktion denkbar. Die Bestandsgebäude bleiben mit ihrer geradlinigen Formsprache erhalten. Auch die westliche Seite des Beckens besteht weiterhin als gerade Linie, nur im östlichen Bereich spannt sich eine geschwungene Form auf in Richtung Waldfläche. So entsteht ein Verlauf der Gestaltung von strikt architektonisch zu geschwungen bis hin zum natürlichen Waldgebiet. Das bestehende Bad bleibt in seiner Grundform ablesbar, wird durch das neue Konzept jedoch vollständig neu erlebbar und erfüllt alle heutigen Anforderungen. Da das Bad auch von hotelexternen Gästen benutzt wird, wird am Eingang ein kleiner geschwungener Vorplatz integriert. Durch die neue Gestaltung lässt sich das Bad wie gewünscht und aus Versicherungsgründen zu empfehlen, abschliessen. Anstatt eines Zaunes dient die oberirdische Rutsche als Abgrenzung des Böschungsbereichs.

 

 

Variante 2

Variante zwei ähnelt in ihrer Formsprache der ersten Variante. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass kein grosses Holzdeck(Terrasse) am Kopf des Beckens eingesetzt wird. Dafür wird der geschwungene Bereich mit Stufen terrassiert. So führt ein breiter, öffnender Treppenabgang direkt ins Becken. Daran angegliedert ist eine Rutsche. Begleitet wird der Abgang zum Becken auch durch Wasserkaskaden. Der Aufbereitungsbereich liegt in dieser Variante direkt neben dem Schwimmbecken und begrenzt so den Zugang der Böschung. Dort gibt es einen weiteren Wasserfall, der zusätzlich Sauerstoff in das Aufbereitungssystem bringt. Hier werden in Anlehnung an Variante eins kreisrunde Holzdecks eingesetzt. Der Vorfilter befindet sich bei dieser Variante nicht „eingeschnitten“ in das bestehende Becken, sondern grenzt lediglich an diese.

 

 

Variante 3

Bei Variante drei steht die kreisrunde Gestaltung im spannenden Kontrast zur bestehenden geradlinigen Architektur. Der Aufbereitungsbereich liegt diesmal zum Teil im bestehenden Becken, d.h. der kreisrunde Aufbereitungsbereich wird in das bestehende Becken geschoben und integriert, jedoch baulich abgegrenzt. Die Böschung und der bisherige Abgang werden durch einen geradlinigen, gestuften Abgang in der gesamten Breite überplant. Sitz- und Treppenstufen ermöglichen entspannten Aufenthalt und eine angenehmen Zugang. Strenge Geraden und die kreisrunde Gestaltung stehen dabei in unmittelbarem Kontrast. Runde Pflanzbereiche in den Sitzstufen schaffen die Verbindung zwischen diesen Elementen. So werden Aufbereitungsbereich und Kinderplanschbecken mit einer Ansammlung runder Gestaltungselemente verknüpft. Dazwischen schlängelt sich eine Rutsche ins Becken. Das Schwimmbecken selbst wird um eine runde Ausbuchtung als Sprungbereich erweitert. Das ungestörte Bahnenschwimmen ist somit weiterhin möglich.

 

 

Änderung Variante 4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Änderung Variante 4_1